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Montag, 17. April 2017

Fort Dobbs

Am Sonntagmorgen des 9. April sind wir erst lecker und gemütlich frühstücken gefahren:


Von dort aus fuhren wir weiter ins ca. 30 Minuten entfernte Statesville, wo wir die Fort Dobbs Historic Site ansteuerten.



Dies war für uns ein erster Besuch an diesem Platz und der Grund dafür war, dass an diesem Wochenende ein besonderes Event stattfand "War for Empire" genannt. Gemeint war damit die Zeit des "French and Indian War"(1754 - 1763), dem Krieg zwischen den Kolonien von Great Britain und den Kolonien von Frankreich auf dem amerikanischen Kontinent, wobei auch unterschiedliche Indianerstämme jeweils an ihrer Seite kämpften.

Bei dieser Gelegenheit konnte wir auf dem ehemaligen Standort von Fort Dobbs lebendige Geschichte sehen und erleben.  Es gab verschiedene Leute und Vorführungen, die einem zeigten, wie das Leben damals im 18. Jahrhundert war. Der Eintritt war (nur) $ 3 pro Person:


Der erste, bei dem wir stehenblieben und ihm zuhörten, war der "Surgeon" / "Chirurg" des 18. Jahrhunderts. Sein Arbeitswerkzeug sah schon angsteinflößend aus, lach:



Er suchte sich ausgerechnet Ben aus, um an ihm zu demonstrieren, wie damals in Kriegszeiten ein Arm amputiert wurde. Ben war die Sache zeitweise nicht ganz geheuer, da er sich nicht sicher war, wie scharf die Geräte waren 😁. Der Mann zeigte die Arztkunst von damals mit einer guten Portion Humor dabei. Wir hatten unseren vollen Spass:


... und das alles damals ohne Betäubung!

Weiter ging es auf dem Gelände für uns, wo es überall Interessantes zu sehen gab:


Steinofen
Als nächstes stand auf dem Programm: Atta Kul Kulla, the Cherokee Peace Chief. Er wurde sehr, sehr überzeugend dargestellt von Robert K. Rambo, der selber Cherokee Vorfahren hat. Atta Kul Kulla wurde uns Zuschauern vorgestellt von einem British Officer:


Erst spielte er etwas auf einer indianischen Flöte und dann stand er auf und fing an, mit uns Zuschauern auf Cherokee zu sprechen:


Er sprach dann aber English mit uns und zwar so, als ob wir die British von damals waren. Atta Kul Kulla ist damals als junger Mann sogar nach Great Britain gereist, wo er König George persönlich kennenlernte.



Seine Präsentation dauerte fast eine Stunde und war sehr fesselnd. Er hat uns erklärt, wie das damals alles aus Sicht der Cherokee Indianer gesehen wurde und hat uns sehr viel Respekt für die Cherokee vermittelt. Wir haben übrigens ca. 3 h von uns entfernt in Western North Carolina ein Indianerreservat der Cherokee (mit sehr beliebtem Casino usw.).


Eine andere grosse Vorführung waren die "Infantry Tactics and Drill":



Die Soldaten haben ihre Musketen ein paar Mal abgefeuert. Es war sehr interessant zu hören, wie sich das anhört und zu sehen, wie lange es doch dauerte, bis diese Waffen danach gereinigt und wieder geladen wurden.

Es gab dann noch viele andere Dinge aus dem täglichen Leben der Siedler im 18. Jahrhunderts zu sehen:




Musiker im 18. Jahrhundert:


Der Schmied bei der Arbeit:


In dieser Blockhütte befindet sich das Visitor Center:



Fort Dobbs wurde damals gebaut, um die britischen Siedler in dieser Gegend zu schützen und um die Grenze während und nach dem "French and Indian War" zu verteidigen.

1766 waren hier alle weggezogen und man hatte das Fort verfallen lassen. Es verschwand einfach von der Bildfläche. Erst in 2005 und 2006 haben archäologische Ausgrabungen die genaue Location vom Fort herausgefunden. Zur Zeit sind sie hier dabei, das alte Fort Dobbs originalgetreu wieder an der gleichen Stelle aufzubauen. Im Visitor Center steht ein grosses Modell von dem Fort und ich freue mich schon, wenn es fertig ist und möchte dann gerne wieder kommen.




Wir haben viel gelernt an diesem Tag, während wir durch diese "Living History" gingen. Ben hat ganz viel in der Schule über diesen Krieg gelernt und es war nochmals interessant, das Ganze hier lebendig zu sehen. Das war wieder ein Ausflug, der uns sehr gefallen hat.

Später an dem Abend fuhren wir zu Sam's Club, um ein paar Dinge einzukaufen. Unter anderem kauften wir auch mexikanische Cola / Fanta/ Sprite in den Glasflaschen. Die Coke "made in Mexico" ist besser als amerikanische Cola, da sie bei der Produktion echten Zucker (Rohrzucker) verwenden, während die Amis den ungesunden High Fructose Sirup benutzen. Sie schmecken auch unterschiedlich. Wir sind grosse Wassertrinker - wie man unschwer an unserem Einkaufswagen sieht - aber ab und zu schmeckt auch eine Cola mal besonders gut:

Kommentare:

  1. Boahhhh, lebendige Geschichte finde ich auch immer spannend. Besonders bei euch im Süden! Klasse!

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    1. Das finde ich auch, lach! Der gute Süden ;-)...

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  2. Ein sehr interessanter Bericht. Auch ich finde geschichtsträchtige Ausflüge hochspannend - noch dazu wenn sie so authentisch vorgeführt wird. Das wird mal richtig spannend zu sehen wenn Fort Dobbs im original nachgebautem Zustand zu sehen ist. Ich freue mich sehr darauf. Das mit der Cola ist ja auch sehr interessant, ich wusste gar nicht dass die mexikanische Cola tatsächlich besser schmeckt. Muss ich direkt mal ausprobieren. Braucht man für Sam`s Club nicht einen Berechtigungsausweis um reinzukommen? Wenn ja, wer bekommt Zugang?
    Wirklich ein hochinteressanter und gut bebilderter Beitrag, liebe Hedda - habe ihn sehr genossen.

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    1. Der Nachbau des Fort Dobbs in Statesville geht Stueck fuer Stueck. Noch koennen sie nicht sagen, wann es fertig sein wird. Es hängt immer davon ab, wie weit das Geld reicht, was sie aus Spenden und Aktionen wie dieses Event machen.

      Ja, bei Sam's Club muss man eine Membership haben, um dort einkaufen zu können. Man bezahlt eine einmalige Jahresgebühr und jeder kann dann Mitglied sein. Es gibt dort übrigens auch die amerikanische Cola in Glasflaschen zu kaufen. Ach und mexikanische Sodas in Flaschen kann man in manchen mexikanischen Restaurants auch bestellen.

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  3. Ich sehe, Du bist eindeutig auf Seite der Briten ;)

    Schöne Bilder und sicherlich ein schöner Ausflug!! Bei Euch ist offensichtlich schon Sommer?! Macht uns ruhig neidisch mit den ganzen Sommerbildern...

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    1. Na ja, was soll ich sagen, lach... Meine Einstellung wurde beeinflusst an diesem Tag von den Berichten der Briten und den Cherokees, die auf der Seite der Briten kämpften.

      Deswegen mögen wir unser Wetter so gerne ;-). Wir haben uns einfach daran gewöhnt, dass die warme Saison früh anfängt und im Herbst sehr lange anhält.

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    2. Wettertechnisch hast Du eindeutig Recht, Euer Wetter ist doch beneidenswert. Obwohl ich auch Winter mag, aber so ab März hat man dann doch Lust auf Sonne und Grün. Der Frühling hier ist immer recht kurz, allerdings hat man auch einen richtigen Sommer und das entschädigt dann doch.
      Glücklicherweise wird das Gras schon grüner, der Boden ist weniger sumpfig, obwohl in einigen Gebieten bei uns gerade ziemliche Hochwassergefahr herrscht. Wanderungen in den Laurentiden, in der Mauricie etc. würde ich jetzt nicht unternehmen. Schneeschmelze und heftige Regenfälle sind keine gute Kombination.

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