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Freitag, 24. Februar 2017

Ein guter Schüler

Schon vor wenigen Wochen waren bei Ben in der Schule die zweiten "Nine Weeks" vorbei und einige Tage später brachte er sein Zeugnis nach Hause. Das Schuljahr hier ist in 4 x Nine Weeks eingeteilt, d.h. es gibt vier Mal Zeugnisse pro Jahr.

Auch diesmal hat es Ben wieder gut gemacht und brachte ein sehr gutes Zeugnis nach Hause. Er hat wieder nur A's auf dem Zeugnis. Bei uns in unserem Schuldistrikt hat sich die Benotung vor ca. 1 oder 2 Jahren geändert. Jetzt ist alles ab 90% ein A, alles ab 80% ein B usw. Davor war es etwas "schwieriger" ein A zu haben, denn ein A gab es erst ab 93%, ein B erst ab 86% usw. Ich mochte die alte, strengere Benotung mehr und das habe ich meinen Kindern von Anfang an gesagt, dass ich nur solche A's als "echte A's" anerkenne 😊.

Seine Noten auf dem Zeugnis sind alle zwischen 100% und 94%. Auf dem nächsten Foto sieht man, wie so ein Zeugnis aussieht, man sieht auch die Noten von den ersten Nine Weeks:


Bei uns in der Middle School gibt es pro Jahrgang viele Klassen, denn z.B. in der 8. Klasse sind sie ca. 250 Schüler. Die Schulklassen sind nach Lernniveau eingeteilt. So wie es in Deutschland Gymnasium, Realschule, Hauptschule usw. gibt, gibt es hier zwar nur eine Schule, aber die Kinder gehen in Klassen mit verschiedenem Lernniveau. In den einzelnen Klassen geht man schneller bzw. langsamer durch den Lernstoff, einfach dem Niveau des Grossteils der Schüler angepasst.

Ich denke, dass dieses System sehr gut für Ben ist, so muss er sich nicht langweilen, weil es zu langsam im Stoff vorangeht. Er ist in den höchstmöglichen Klassen gelandet und hat keine Probleme, dort mitzuhalten. Wir sind sehr stolz darauf, denn er ist immer noch der deutsche Junge, der erst mit fast 8 Jahren anfing, diese neue Sprache zu lernen.

Ben's niedrigste Note auf dem Zeugnis war eine 94% in Mathe und darauf darf er stolz sein. Er hat ein schwieriges Mathe gewählt und zwar "Math 1", das ist schon eine High School Matheklasse. Um in diese Matheklasse zu kommen, mussten sie am Ende der 7. Klasse einen Test bestehen.

Bei ihm in der Matheklasse ist es so, dass sie in diesem einen Schuljahr sowohl den Stoff von Klasse 8 durchnehmen, als auch den Stoff von Klasse 9. Dafür bekommt er dann bereits jetzt in der Middle School einen ersten High School Credit (ist benötigt für sein späteres High School Diploma).

Für jede gelungenen Nine Weeks wird immer ein "Belohnungsausflug" von der Schule organisiert. Teilnehmen dürfen aber nur die Schüler, die keine unentschuldigten Fehlzeiten haben, keine Suspendierungen, die Noten dürfen nicht zu schlecht sein, usw. Die Schüler, die das nicht erreichen, bleiben in dem Zeitraum zurück in der Schule. Diesmal ging es an einem Freitag in unser kleineres Kino "Carolina Theater" in Downtown. Das Kino war komplett für unsere Schule gebucht und es wurde "Middle School: The Worst Years of My Life" gezeigt. Dazu gab es für jedes Kind ein Popcorn und ein Getränk. Ben hatte Fun, sagte er.


Diese kleine Gesten erfreuen die Schüler immer sehr. Genauso gerne nutzen wir jedes Mal ein tolles Angebot von Krispy Kreme: Für solche guten Zeugnisse gibt es als Belohnung free Donuts von dem Laden. Die haben wir letztens mit Ben abgeholt. Hier ein Foto mit seiner Schachtel voll free Donuts for A's:


Ben's Tagesablauf sieht übrigens so aus: Kurz nach halb 8 Uhr geht für ihn der Schulbus aus unserer Neighborhood, ca. 8 Uhr fängt der Schultag an und kurz nach 3pm ist der Schultag für ihn vorbei. Hausaufgaben sind zwar auch meistens auf, aber es ist eigentlich nicht übertrieben viel. Ab und zu gibt es mal Sonderprojekte und das war es auch schon. Sein Tag ist eigentlich nicht zu stressig, auch wenn er an zwei Abenden pro Woche noch Soccer Practice hat. Für die Schule packe ich ihm täglich Lunch ein, da er dort nichts kaufen möchte. Das sieht dann meist so ähnlich aus:


Wenn er nach Hause kommt, hat er meist schon wieder Hunger. Dann mache ich ihm einen Salat, oder ein Brot, oder aufgeschnittenes Obst... Abends dann gibt es immer warmes Dinner mit der Familie. Das ist immer schön, wenn wir alle vier zusammen am Tisch sitzen und von unserem Tag erzählen.

Kommentare:

  1. Liebe Hedda,

    da kannst Du ja zu Recht stolz sein! Auf jeden Fall finde ich die Einteilung in verschiedene Leistungsstufen eine gute Idee, dies ist besser für alle Beteiligten und lässt alle Kinder ihre Ziele erreichen. Bei uns ist dies leider nicht so, da ist der Grundgedanke des Helfens und Integrierens leider grösser.....allerdings nur bis zur Secondaire (ab 7te Schuljahr), danach sieht es anders aus, deshalb gibt es hier auch so viele Kinder, die die Schule abbrechen. Traurig.

    Die Belohnungsidee der Schule und der Unternehmen finde ich sehr gut! Allerdings wäre hier Tim Hortons dann wohl bald pleite ;)

    Dein Kind ist essenstechnisch aber sehr genügsam, wenn ich bedenke was ich der Pia immer alles einpacke, so Kinder im Wachstum sind eigentlich ständig hungrig (zumindest meins).

    Was macht man denn in Introduction to Office Productivity?

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    1. Ich habe Ben gefragt, was sie in Introduction to Office Productivity machen: Es ist eine Computerklasse und sie haben gelernt, wie man mit den verschiedenen Programmen arbeitet (Word, Excel, u.a.), wie man eine Presentation macht und die hält, wie man einen Business Letter schreibt, ein Spreadsheet macht usw.

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  2. BRAVO!!!
    Haben Tochter und Sohn schon Berufswünsche?

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    1. Danke. Ben ist interessiert in Engineering, hat aber noch etwas Zeit, lach. Tamara ist zur Zeit im College und macht ihr Associate Degree in Language Arts und wird danach weiter gehen um einen Bachelor Degree zu machen. Sie hat sich noch nicht ganz entschieden... Business interessiert sie, aber auch Lehrer für Elementary School.

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