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Montag, 18. August 2014

Weisheitszahn OP

Am Freitagmorgen war es soweit und Tamara wurden alle 4 Weisheitszähne unter Vollnarkose herausoperiert. Ein unterer Weisheitszahn war etwas zu sehen, die anderen 3 wurden aus dem Zahnfleisch / Kiefer herausoperiert (autsch!).

Als sie dran war, durfte ich nicht mitgehen :-(. Ich wäre schon noch gerne dabei gewesen, bis sie ihren Venenzugang gelegt bekommt, weiter natürlich nicht. Sie war soooo nervös und ich wahrscheinlich nicht weniger aufgeregt. Ihr Termin war morgens um 10 Uhr und sie durfte seit Mitternacht nichts mehr Essen oder Trinken.

Es ging alles sehr schnell. Ca. 50 Minuten später wurden wir Eltern gerufen. Sie war schon fertig. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Sie sah so "high" aus... Sie saß in einem Rollstuhl, verdrehte die Augen und ihr Mund stand offen und sie lächelte, als würde sie auf irgendeiner Wolke schweben. Sie hatte dicke Mulltupfer auf beiden Seiten im Mund. Darauf mußte sie beißen, um die Blutung zu stillen. Der Oralchirurg erklärte uns, daß alles bestens verlaufen wäre. Die Wunden an den beiden unteren Zähnen mußten mit Stichen genäht werden, doch die oberen Zähne brauchten keine Stiche.

Tamara wurde von der Krankenschwester im Rollstuhl bis zum Auto geschoben und sie mußte regelrecht ins Auto hineingehoben werden. Ich war froh, daß Helmuth extra zwischendurch von der Arbeit dazukam, um auch dabeizusein. Sie war so kraftlos und unfähig zu gehen. Ich hätte sie alleine die Treppe in unserem Haus nicht hochbringen können.

Auf der Fahrt nach Hause war sie etwas munterer geworden und fing dann an, albernes Zeug zu reden, lol! Ben war auch dabei und wußte erst gar nicht, was er davon halten sollte, denn so kennt er seine Schwester nicht. Ich hatte zwar Tamara vorher versprochen, kein Video von ihr zu drehen, doch sie war so funny, daß ich einfach nicht widerstehen konnte. Ben drehte ein Video im Auto von ihr, wo sie immer wieder behauptete, daß sie keine Zunge mehr hätte und daß ich zwei GPS in meinem Auto hätte usw.

Hier mal ein Foto, wie sie aussah, als sie zu Hause im Bett lag (es gibt noch schlimmere Fotos von ihr, lach!!):


Sie bekam eine Art Lätzchen von mir verpaßt (Foto oben). Sie hatte die ganze Zeit einen trockenen Mund und Durst, konnte aber einfach nicht Trinken, da sie noch so sehr im Mundbereich betäubt war. Das hielt noch einige Stunden an. So versuchten wir, ihr Wasser mit einem Löffel oder mit einer Tasse einzuflößen und da war das Lätzchen sehr wichtig.

Als sie ein kleines bisschen munterer war, wollte sie eine Tafel haben, wo sie ihre Worte immer aufschreiben konnte. Sie war durch die Betäubung des Mundbereiches und durch die dicken Mulltupfer sehr schwer zu verstehen und so konnten wir besser kommunizieren:


Zur Schmerzlinderung bekam sie Ibuprofen und noch ein anderes extra starkes Schmerzmittel verschrieben, wovon sie aber nur an den ersten beiden Abenden 1/2 Tablette genommen hat (obwohl darauf steht "alle 6 Stunden eine"). Sie bekommt vorbeugend Antibiotika, damit sich die OP-Wunden nicht entzünden.


Nach jedem Essen / Snack soll sie ihren Mund mit Salzwasser ausspülen (erst ab dem zweiten Tag) und mit der Spritze auf dem Foto oben soll sie die Zahnlücken extra mit Salzwasser ausspülen.

Ihre Speiseauswahl sieht natürlich im Moment etwas mau aus. Sie kann einfach noch nicht kauen und all diese Dinge, die man mit dem Löffel ißt, machen nicht richtig satt. Seit am Freitag Nachmittag die Betäubung endlich ganz nachließ, hat sie dauernd Hunger. Am ersten Tag sollte sie wirklich nur einfache Dinge essen wie z.B. Apple sauce und dann seit dem zweiten Tag kamen dann auch die ganzen Milchprodukte, Babygläschen, Cracker (die sie sich ganz zerkrümmelt) usw. dazu:


Ihr absolutes Lieblingsessen zur Zeit - was auch wirklich etwas sättigt - ist ein weiches Rührei mit Kartoffelpüree und einem zerpflückten Toastbrot (das wird täglich von mir serviert):

Foto vom Sonntag
Was sie auch gut essen kann, sind Milkshakes. So holte ich gestern welche (auch für Ben und mich):


Sie darf keinen Strohhalm zum Trinken benutzen deswegen mit Löffel und sie schaut dabei TV:


Insgesamt hat sie die ganze Angelegenheit ganz gut überstanden. Sie hatte von Anfang an kaum Schmerzen, obwohl wir die Zeitabstände zwischen der Medizin ganz schön stretchen und sie hat keine geschwollenen Hamsterbäckchen bekommen. Eine Seite scheint minimal etwas geschwollen zu sein, aber kaum bemerkbar. Sie läßt die Sache langsam angehen und liegt noch viel im Bett und schaut TV. Wir wollen schließlich verhindern, daß sie sich übernimmt und noch Nachblutungen bekommt...

Kommentare:

  1. Hi hedda,

    alles in allem scheint tamara es ja doch gut überstanden zu haben, zumindest was man so auf den fotos erkennen kann.

    ihr seid ja schon ein wenig "gemein" tamara in ihrem leid auch noch zu filmen... ;)
    aber hinterher habt ihr bestimmt alle drüber gelacht, auch tamara :)

    die idee mit der tafel ist natürlich super. mich wundert nur, dass sie in deutsch schreibt ?

    auf dem foto mit dem (wer-)wolf-shirt sieht sie aus wie ein kleiner vampir ;) gib zu, nur deswegen hat sie sich die zähne ziehen lassen.... ;) ;) ;)

    da hat tamara ja glück gehabt, dass sie keine dicken und verfärbten bäckchen (wangen;)) bekommen hatte, muss ja aber auch nicht.

    und du bist wirklich eine liebe mom und eine gute krankenschwester, so wie du ihr das essen und alles zurechtgemacht hast.
    babynahrung wie süss, aber auch eine gute idee !!!

    aber man leidet ja doch mit seinem kind mit und möchte dann alles tun, damit "es" sich wohlfühlen kann, soweit es irgendwie möglich ist in so einer situation.

    lg

    ruth

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    1. Haha, diesen Moment mußten wir einfach auf Video festhalten. Sie lacht jetzt selber über sich und würde unseren Erzählungen sonst kaum glauben. Jetzt konnte sie sich selber davon überzeugen ;-).

      Sie sprach die ganze Zeit Deutsch mit uns. Sie ist eher unser "deutsches" Kind geblieben, während Ben sich doch zu einem kleinen "Amerikaner" zu entwickeln scheint, lol. Ich fragte sie auf der Heimfahrt, ob sie denn noch English sprechen kann und sie antwortete "Nein!". Dann fragte ich sie auf English "Do you speak English?" und sie "Yes", haha!

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  2. Oh mensch, dass klingt trotzdem ganz schön schlimm. Gut das es doch so gut gelaufen ist. Tamara schaut auf dem letzten Foto schon wieder sehr gut aus.

    Alles Gute weiterhin und eine volle baldige Genesung :-)

    Tapfer war sie auf jeden Fall und Ben hat nun ein gutes Video ;-) *lol* Solche Narkosen sind wirklich als etwas witzig mit ihrer Nachwirkung. Kennen wir auch ....... immer wieder lustig wie man unter "Drogen" reagiert und was man so sieht ;-)

    LG
    Claudia

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    1. Ja unter solchen "Drogen" kann sich so ein Mensch ganz schön verändern - war lustig bei Tamara zu beobachten ;-).

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  3. Phew geschafft! Gott sei Dank ist alles recht gut verlaufen und Tamara ist wieder auf dem Weg zurueck zur „Normalitaet“.
    VG aus OC California
    Tanja

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    1. Ich glaube, sie hatte ganz schön Glück, daß sie doch so glimpflich bei dieser OP davon kam. Gut für sie. Sie behält diese Prozedur schon fast in 'angenehmer' Erinnerung und wir sind wirklich froh, daß wir uns für diesen Oralchirurgen entschieden hatten.

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  4. Gute Besserung Tamara,
    scheint ne "Seuche" zu sein. Zwei meiner Kolleginnen hatten die gleiche OP letzte Woche!

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    1. Wow, direkt 2 Kolleginnen? Das hört sich wirklich nach einer Seuch an, lach! Aber ich bin überzeugt, daß es besser verläuft, je jünger man so was machen läßt.

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  5. Gute Besserung, das schlimmste hat sie ja inzwischen durch :-/. Aber ich kann mir Deine Gefühle sehr gut vorstellen.

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    1. Danke, Yvonne. Sie hatte wirklich Glück, daß alles so gut für sie verlief. Sie ist fast 100% wieder "normal". Auf einer Seite sind die Fäden abgefallen und sie kann auf der Seite auch kauen. Sie ist allgemein sehr vorsichtig mit Kauen und immer ihre Wunden ausspülen, damit es ja keine Komplikationen mehr gibt :-).

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