Gesamtzahl der Seitenaufrufe

Dienstag, 11. Februar 2014

Ein guter Schüler

Letzte Woche Mittwoch hatte ich einen Termin mit Ben's zwei Hauptlehrerinnen, um mal zu hören, wie er sich so macht und ob sie zufrieden mit ihm sind.

Ich habe den ruhigen Moment vor meinem Termin genutzt und habe mal den Flur vor Ben's Klasse rauf und runter fotografiert:



Ich war ein paar Minuten zu früh und wartete vor Ben's Homeroom, daß die beiden Lehrerinnen Zeit hatten. Mein Termin war gleichzeitig mit beiden Lehrerinnen:


Ben ist in der 5. Klasse (die Grundschule geht bis Ende des 6. Schuljahres). Die Kinder gehören in einen sogenannte "Homeroom" und haben dann als Klasse alle Nebenfächer zusammen. Für die Haupfächer werden die Kinder dann je nach Können geteilt. Die Hauptfächer sind: Math, Science, Reading und Social Studies. Hier in den USA gehen die Kinder nicht auf verschiedene Schulen wie in D (Haupt-, Realschule oder Gymnasium) sondern sie gehen in die gleiche Schule und nur in Klassen auf verschiedenem Level.

Ben macht sich sehr gut in der Schule und ist bei den Hauptfächern jeweils in der akademisch höchsten Klasse (die Lehrerin sagte dazu "the top class"). Das macht uns natürlich sehr stolz. Letztes Jahr war er noch "offiziell" ein ESL- Student (=English Second Language) und dieses Jahr in den Topklassen. Ich war etwas unsicher, wie die Lehrerin seine Leistung finden, aber war dann ganz geplättet von deren Loblied auf Ben (lol). Sie sagten explizit, daß er genau in diese Klassen reingehört. Ich habe mir direkt mal ein paar Aussagen von ihnen aufgeschrieben, da ich sie so nett fand und einfach nicht vergessen möchte:

"Ben is polite, very helping, has very good manners, is eager to learn, goes far and beyond to understand new things, he wants to learn and find out new things...

He is witty and has his very special humor, lol! And they love that.

He makes the teachers life easier, because he helps them a lot. And he is a happy kid. They want to have more kids like him in class :-)."

Ich war natürlich sehr zufrieden mit dem, was mir die Beiden über Ben sagten und bin beruhigt wieder nach Hause gegangen. Sie haben Ben später gesagt, daß ich "surprised" über ihre Worte gewesen wäre, lol.

Übrigens muß man sich beim Besuch der Elementary School vorne am Eingang am Computer anmelden, wobei man Name, Grund des Besuches, usw. angeben muß und gleichzeitig wird man fotografiert. Dann bekommt man einen Sticker, den man die ganze Zeit offen tragen muß und vor dem Verlassen der Schule muß man dann wieder auschecken. So sieht der Sticker aus:

Am Freitag war dann die "Honors Assembly" in Ben's Schule. Dort werden den Kindern in der Turnhalle Urkunden für gute Leistungen überreicht. Dazu kommen immer ganz viele Eltern, die sich das natürlich nicht entgehen lassen wollen. Die Namen werden laut vorgelesen  und die Kinder gehen nach vorne, um die Urkunde zu bekommen und bekommen dazu einen Glückwunsch von der Direktorin. Ben durfte mehrere Male nach vorne:


Und da zeigt er stolz seine Urkunden von diesen Nine-weeks: "A-B Honor Roll" (nur Einser und Zweier auf dem Zeugnis), "Perfekt Attendance" (keinen einzigen Tag gefehlt), "Bookworm Certificate" (hat sehr viele Bücher gelesen) und "Respect". Den Award "Respect" bekamen immer nur je 2 Kinder pro Klasse und es ist ein Beweis von dem gezeigten Respekt gegenüber den Lehrern und den Klassenkameraden.


Ich möchte natürlich nicht vergessen auch Tamara und ihre schulische Leistung zu erwähnen. Sie ist in der 10. Klasse in der High School und sie macht uns auch sehr stolz, denn sie war in diesen 2. Nine Weeks wieder ausgesprochen gut und hat in allen Klassen ein "A" (= eine Eins) erreicht. Leider gibt es in der High School nicht mehr solche Veranstaltungen wie in der Grundschule, um ihre Leistungen zu würdigen.

Kommentare:

  1. Hallo,
    ich finde es sehr interessant, wie das Schulsystem in den USA ist. Wir haben vier Kinder im deutschen Schulsystem, und da ist es natürlich toll zu sehen, wie es anderswo ist.
    Schön, dass eure Kinder so toll mitkommen, obwohl Englisch nicht ihre Muttersprache ist. Da könnt ihr wirklich stolz sein!
    Denkst du, dass man sagen kann, dass das deutsche oder das amerikanische Schulsystem schwieriger ist? Oder besser?

    Herzliche Grüße aus dem trüben Frankfurt,
    Cordula
    PS: Weiß gar nicht mehr, wie ich deinen Blog gefunden habe, lese aber seit ein paar Wochen begeistert mit und finde super, wie toll ihr euer Leben im Ausland eingerichtet habt!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Danke, Cordula. Ich kann es nicht entscheiden, welches Schulsystem besser ist, aber ich finde es gut, daß die Kinder alle auf die gleiche Schule gehen und dort wird man je nach Leistung weiter geteilt. Wer halt nicht viel kann (oder will) kann z.B. auch seinen High School Abschluß schaffen, wenn auch auf dem niedrigsten Niveau an Klassen (man sieht das natürlich am Zeugnis). In D empfand ich es so, daß man sofort schon abgestempelt wurde, je nach dem auf welche Schule man geht.

      Es ist auch nicht so, daß diese Klasse offiziell "Top Class" oder so heißt. Den Kindern wird das nicht vor die Nase gerieben, ob sie sich in der "guten" oder "schwächeren" Klasse befinden. Am Anfang des Schuljahres hatte ich erst keine Ahnung, daß Ben in diesen Klassen ist. Ich habe das dann von anderen Eltern erfahren, daß dieses die akademisch höheren Klassen sind.

      Der Unterschied zwischen dem Leistungsstand der einzelnen Kinder wird ihnen nicht so deutlich gezeigt. Sie können genauso in den "niedrigeren" Klassen ihre A-Honor-Roll machen (nur Einsen auf dem Zeugnis) und sind genauso stolz darauf.

      Unsere Kinder finden die Schule hier einfacher und vor allem lockerer (und teilweise liebevoller) als in D. Die Lehrer haben ein ganz anderes Verhältnis zu den Kindern. Sie scheinen ihren Beruf mit vollster Begeisterung zu machen (das ist zumindest bisher unsere Erfahrung, lach!).

      Die Kinder sind hier von Kindergarden (Vorschuljahr) bis zum Ende der High School täglich bis ca. 3 Uhr in der Schule. Besonders die Jüngsten sind hier länger in der Schule, als wir das von D aus kannten, aber dafür haben sie auch weniger Hausaufgaben als in D.

      Beispiel, ob Schule hier einfacher: Tamara war in D auf dem Gymnasium in der 7. Klasse, als wir hierhin umzogen. Sie hatte bereits Prozentrechnen gelernt und fand den Rechenweg in D immer so kompliziert. Dann kam sie hier aus der Schule und sagte, der Rechenweg für Prozentrechnen ist hier so viel einfacher, wieso haben sie uns das in D so kompliziert erklärt?

      Allgemein zum Schulsystem in den USA ist zu sagen, daß die Schulen absolut unterschiedlich sein können. Man muß die Ratings von den Schulen beobachten und dort wo ein gutes Schulgebiet ist, dort möchte man wohnen. Nur dort sollte man etwas mieten oder kaufen. Das ist das Hauptkriterium bei der Haussuche.

      Löschen
    2. Hallo Hedda,
      vielen Dank für deine Antwort! Es klingt wirklich beneidenswert, besonders der Teil mit den wenigen Hausaufgaben, hihi. Wir leiden hier unter G8, und es ist wirklich super anstrengend manchmal. Oft muss ich die Kinder beim Fußball oder beim Klavier entschuldigen, weil sie ihre Hausaufgaben noch nicht fertig haben oder lernen müssen.
      Ich denke, wir müssen auch auswandern :o))

      Löschen
  2. Hallo Hedda,

    mal schön zu hören wie es in einer US Schule so läuft, mal gar nicht zu vergleichen mit Deutschland. Letzte Tage hatte meine Tochter hier in DE noch Elternsprechtag. Der lief so ab. Lehrerin in Ihrem IPad, tip.tip.tip. Noten: Bamm Bamm Bamm, dass war es. Wenn man was fragen wollte, wurde man immer unterbrochen. Also freu mich für euch, das es bei euch so abläuft. Gruß Carsten

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Oh, Carsten, du bringst alte Erinnerungen an frühere Elternsprechtage bei mir hervor, lol! Hier haben mir die Lehrer überhaupt keine Noten gezeigt. Die Noten kenne ich doch bereits alle ;-)! Wichtig war mir, was sie "in Worten" über Ben als Schüler und menschliches Wesen sagen konnten und da war ich wirklich erstaunt, wie gut sie ihn kennen. Die Mathe-/Science-Lehrerin sagte z.B. "Wenn er etwas Neues nicht sofort versteht, kneift er erst ein Auge zu und schaut etwas skeptisch, aber er wartet nicht, bis ich zu ihm komme und es nochmals für ihn erkläre, sondern versucht es sofort selber rauszufinden und strahlt dann über das ganze Gesicht". Sie sind in der Matheklasse 32 (!!!) Schüler und da hat sie Zeit, sich alle Kinder so genau anzuschauen? Ich war begeistert, denn genauso verhält sich Ben auch sonst.

      Sie haben vier 5. Klassen und 28 Kinder davon sind in der hohen Reading-Klasse (und Social Studies) und 32 Kinder sind in der Mathe Topklasse (und Science). Es sind also (leider) sehr große Klassen, aber es klappt scheinbar trotzdem alles gut.

      Das System auf dem Gymnasium hätte Tamara auf Dauer ganz sicher nicht gutgetan. Sie ist eher ein stilles, schüchternes Kind, was sich oft nicht traute, zu melden (da man leider auch oft ausgelacht wurde...). Sie schrieb immer sehr gute Noten, doch da die mündliche Mitarbeit 50% ausmachte, zog sie das immer wieder runter. Hier blühte sie völlig auf. Sie traut sich sogar Power Point Präsentationen zu halten, obwohl es nicht in ihrer Muttersprache ist.

      Wir sind auf jeden Fall zufrieden mit den Schulen und den Leistungen von unseren Kindern. Wie schon gesagt, ist es sehr wichtig, daß man seinen Wohnsitz in einem guten School District sucht. Wir haben auch danach unser Haus gesucht.

      Löschen
    2. Ach und was auch noch ganz anders an den Schulen hier ist: Die Kinder bekommen jedes Jahr völlig neue Lehrer. Hier wird man direkt als z.B. Lehrer für die 5. Klasse eingestellt und dort bleibt man (normalerweise). Deswegen habe ich mich auch so gewundert, daß sie mein Kind so gut kennen.

      Löschen
  3. Da sieht man mal, was man mit Lob erreicht. Ich habe den Eindruck, dass in den USA verstärkt das Positive hervorgehoben wird. Den Kindern wird gesagt, dass sie das gut gemacht haben und das motiviert natürlich ungemein.

    In Deutschland spricht man dagegen eher das Negative an. Da wird man im Unterricht dann auch ausgelacht, und am Elternsprechtag erfährt man, was sein Kind alles nicht kann und wo es überall Probleme gibt.

    Ich denke, Tamara ist ein super Beispiel dafür, was man mit positiver Reaktion bei einem Menschen erreichen kann (Stichwort mündliche Mitarbeit und Powerpoint Präsentation).

    Und ich finde es beachtlich, wie gut sich Deine beiden Kinder in der Schule schlagen. Super!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Genau, hier an den Schulen wird immer das Positive betont. Die Kinder werden von den Lehrern unendlich viel ermutigt. Danke für dein Lob an meine Kinder ;-).

      Löschen